Thursday, October 06, 2005

Proteste in Frankreich

Also eigentlich wollte ich ja keinen rein politischen Blog hier machen. Aber was gesagt werden muss, muss eben gesagt werden! Und gerade die Politik ist ein wichtiger Teil im Leben von uns allen, denn gerade die Politik kann eben doch so viel Einfluss auf unser Leben haben. Der Staat mischt sich eben immer mehr in die Angelegenheiten der Bevölkerung auch ein. Man kann seine Augen davor einfach nicht verschließen, sondern muss einfach hingucken und bei dem Ganzen muss man dann eben seine Stimme erheben und etwas dazu sagen.

Ich bin nur froh, dass es auch Länder wie Frankreich gibt....Menschen wie die Franzosen... die gehen ständig auf die Straße und protestieren für ihre Rechte!!! Ich kann das wirklich nur unterstützen!
Sie protestierten vorgestern am 4. Oktober gegen die niedrigen Löhne, die zu hohen Preise und Energiekosten und Arbeitslosigkeit.
Eigentlich sollten wir das in Deutschland auch tun!! Wir haben doch genau die selben Probleme wie die Franzosen!!!!

2 Comments:

At 2:59 AM, Anonymous Stanly said...

Schreib nächstes Mal bitte auch ob die Proteste die Energiekosten gesenkt, die Löhne erhöht und die Arbeitslosigkeit aus Frankreich geschafft haben! Vielleicht kann man die Maßnahmen dann auch direkt auf Deutschland anwenden!!

Was Proteste gegen Arbeitlossigkeit bringen soll, frage ich mich überhaupt mal. Was soll das denn bewirken? Die Arbeitsplätze schaffen sich ja nicht plötzlich selber, weil Menschen auf den Straßen protestieren.

Und auch die Deutschen können Protestieren und Demonstrieren. Hast du die großen studentischen Demos gegen die Studiengebühren vor einigen Monaten nicht mitbekommen? War ja überall in den Medien!
Das Problem in Deutschland ist nur, dass es die Politiker einen Dreck interessiert was der Pöbel will, daher kannst du hier (und vor allem HEUTE) demonstrieren so lange und so oft du willst. Es wird nichts bringen! Traurig aber wahr.

 
At 2:49 PM, Anonymous Mario said...

Proteste in Frankreich
(@Stanly)

Es ist grundsätzlich richtig, nach der Wirkung von Protesten zu fragen. Ob man gegen Arbeitslosigkeit protestieren kann oder nicht, ist davon abhängig, ob man Arbeitslosigkeit als Folge der kalkulierten Arbeitsplatzvernichtung zum Zweck der Profitmaximierung betrachtet oder sie als Folge nicht beeinflussbarer Prozesse ansieht. Wenn ersteres der Fall ist, ist der Protest gegen Arbeitslosigkeit nicht so abwegig wie es zunächst aussieht. Aber du hast Recht, man sollte dann gegen Arbeitsplatzabbau demonstrieren. Es kommt aber am Ende auf das Gleiche heraus. Es stimmt auch, dass Vertreter aus der Politik solchen Aktionen bisher nicht viel Beachtung geschenkt haben. Ich stimme dir zu, wenn du sagst „traurig aber wahr“. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es uns ausschließlich um den Nutzen geht, wenn wir konstatieren, dass in Frankreich protestiert wird. Das Interessante daran ist doch die Tatsache, dass die Bereitschaft zu demonstrieren in Frankreich höher ist, d.h. die Toleranzschwelle niedriger ist als in Deuschland (man braucht nur die Reaktion auf die Streichung des Pfingstmontags in Frankreich mit der Reaktion auf die Streichung des Buß- und Bettages in manchen Bundesländern hierzulande vergleichen. Frankreich hat darüber hinaus eine lebhaftere kritische Intellektuellenkultur, der Geist Jean Paus Sartres oder Michel Foucaults weht noch immer durch die Arbeitszimmer der Leitartikler und durch alle Printmedien)
Vor allem aber: Was willst du denn mit der Feststellung, dass die Proteste nicht viel bringen, sagen? Der Sinn deiner Feststellung erschließt sich mir nicht so ganz. Du wirst ja sicher nicht sagen wollen: „Es bringt nicht viel, also können wir es gleich lassen.“ Wo wären wir jetzt, wenn die Jakobiner 1789 so gedacht hätten? Wo wären wir jetzt, wenn die Beteiligten der Montagsdemonstrationen 1989 in Leipzig so gedacht hätten?
Die Erkenntnis, dass in Frankreich bislang nicht viel dadurch bewegt wurde, stellt doch nicht den Sinn des Protestierens in Frage, wenn die Geschichte doch gezeigt hat, dass es durchaus Erfolg haben kann. Nur weil bisher noch nicht viel erreicht worden ist, heißt es schließlich nicht, dass man nicht mehr zu protestieren brauche. Im Gegenteil: Schließlich muss man sich die Frage stellen, ob die Proteste und Streiks bisher noch nicht schmerzhaft genug waren. Das würde bedeuten, dass man die Proteste nicht abbrechen, sondern eher verstärken müsste. Jedoch wenn die Massen resignieren, ist das der folgenschwerste Sieg der Regierenden über die Regierten.
Aus dem Vergleich mit den Studentenprotesten in Deutschland abzuleiten, dass Proteste generell wirkungslos bleiben, ist als Argument nicht zu Ende gedacht. Studentenproteste sind das wohl schlechteste Beispiel in diesem Zusammenhang, denn sie haben das Problem, dass sie niemandem schaden. Schließlich produzieren Studenten noch nichts und die paar Straßen, die blockiert werden, das ist etwas, was Regierungen natürlich aussitzen können. (Was nicht heißt, dass Studenten nicht protestieren bräuchten.)
Aber wir wollen doch einmal sehen, ob es wirkungslos bliebe, wenn für längere Zeit der öffentliche Betrieb lahm gelegt wird, weil die Fluglotsen streiken, weil die Eisenbahner streiken, weil Angestellte des öffentlichen Dienstes streiken und weil in den produktiven Zweigen der Industrie gestreikt wird. Das würde die Entscheidungsträger erheblich unter Druck setzen. So etwas täte wirklich einmal weh. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Massen eine enorme Macht besitzen, sie müssen ihr Gewicht nur in die Waagschale werfen, und das haben sie bisher noch nicht getan.
Damit sind die Proteste auch in Frankreich noch zu schwach, aber das heißt nicht, dass sie sinnlos sind und dass wir in Deutschland uns kein Beispiel daran nehmen bräuchten. Es ist besser drei Millimeter in die richtige Richtung zu gehen als drei Meter in die falsche. Man sollte auch mal überprüfen, wie viel soziale Gerechtigkeit wir noch hätten und wie niedrig der Durchschnittslohn wäre, wenn es in der Geschichte keine Proteste gegeben hätte. Auch wenn man nur kleine Erfolge erzielt, sind sie besser als gar keine. Den Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit von vornherein aufzugeben, weil einem die Erfolge nicht groß genug sind, wäre der völlig falsche Ansatz und deinen sonstigen Beiträgen kann ich entnehmen, dass du über so viel politisches Bewusstsein und einen so kritischen Geist verfügst, dass du so etwas auch ganz bestimmt nicht zum Ausdruck bringen wolltest.

 

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